Das "Stader Tageblatt" berichtet
über die Dorf-Werkstatt (1)

Karin Lankuttis und Sabine Lohmann, Redakteurinnen beim Stader Tageblatt, berichten am 09.05.2017 auf der Internet-Plattform www.tageblatt.de über die Dorf-Werkstatt in Nottensdorf. Hier trafen sich Bürger aus beiden Gemeinden, um Ideen und Vorschläge für die Antragsphase zu entwickeln. Eine tolle Veranstaltung! Der Artikel erscheint zusätzlich auch am 10.05.2017 in der Print-Ausgabe vom Stader Tageblatt. Hier können Abonnenten den Artikel - mit Fotos - online aufrufen.

 


Voller Saal im Nottensdorfer Dorfgemeinschaftshaus.
Was gemeinsam angepackt werden soll, wird bei der Dorfwerkstatt erarbeitet.

 

Bliedersdorf und Nottensdorf wollen sich gemeinsam entwickeln

Von Karin Lankuttis und Sabine Lohmann
(Fotos K. Lankuttis)

NOTTENSDORF / BLIEDERSDORF. Das Interesse an der Dorfentwicklung ist groß: 80 Menschen nahmen am Wochenende am Workshop der Gemeinden Bliedersdorf und Nottensdorf teil. In der Dorfwerkstatt wurde der Antrag für das Förderprogramm vorbereitet. Viele Bürger und Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie von Vereinen und Verbänden waren ins Dorfgemeinschaftshaus Nottensdorf gekommen. Schnell war klar: Die Gemeinden wollen aufeinander zugehen, ganz konkret über bessere Verkehrswege und allgemein über eine engere Zusammenarbeit. Ein Dorf alleine käme nicht mehr in das Förderprogramm des Landes Niedersachsen, sagte Planer Wolfgang Kleine-Limberg, der den Workshop moderierte. Ein gemeinsamer Antrag müsse unter Mitarbeit der Bürger formuliert werden. Neugierig und gespannt, was sie erwartet, trudelten die Bürger im Dorfgemeinschaftshaus ein. Kleine-Limberg und sein Team vom Stadtplanungsbüro „Mensch und Region“ sowie Mitarbeiter des Rathauses erwarteten die Aktiven. Ratsfrau Heike Bremer hatte längst den Kaffee fertig. Locker solle die Atmosphäre sein, sagte der Moderator.

„Man kann ja kooperieren, das ist vernünftig“, sagte Hans-Jürgen Feindt aus Postmoor schon zu Beginn. „Das ist eine Riesenchance, ein spannendes Thema“, fand der Bliedersdorfer Ratsherr Harald von Thaden. Beide Orte waren etwa gleich stark vertreten, auch Familien mit kleinen Kindern waren dabei, die sich ihr Spielzeug selbst mitgebracht hatten.


Wünsche und Ideen werden auf Zetteln an Stellwände gepinnt:
Dabei kommen die Bürger miteinander ins Gespräch.

Die Gruppen für die Gesprächsrunde wurden zufällig zusammengestellt – und so gemischt. Viele Anregungen waren schon vorher im Rathaus eingegangen und prangten an den Stellwänden, was manche verwirrte. Doch sammelten die Bürger eifrig Ideen zu den Handlungsfeldern Infrastruktur / Soziales, Siedlungsentwicklung, Wirtschaft / Tourismus, Landschaft / Ökologie, Klimaschutz und Interkommunale Zusammenarbeit. Nur die Älteren hätten teils noch eine Rivalität, hieß es beim Schwerpunkt Interkommunale Zusammenarbeit. Thorsten Bogotzek, Vorsitzender des Nottensdorfer Sportvereins, schlug vor, die Sportvereine der beiden Orte zusammenwachsen zu lassen. Sogleich entwickelte sich ein intensives Gespräch zwischen Thorsten Bogotzek und Tanja Kohrs, Trainerin beim Bliedersdorfer Sportverein, über Spielgemeinschaften. So funktionierte das Kennenlernen, das sich Bürgermeister Dierk Heins zur Begrüßung gewünscht hatte. Hans Lemmen, Ratsherr in Nottensdorf, sagte: „Wir hatten spannende Dialoge und Diskussionen.“


„Innovation“ wünscht sich Serpil Klensang aus Bliedersdorf

Die Nottensdorferin Katja Lohmann, als Mutter dabei, meinte: „Es ist toll, dass sich die Dörfer einig sein. Da war keine Konkurrenz.“ Dabei ist das Thema der Eltern heikel: Die Grundschule, bisher auf beide Orte verteilt, könnte an einem Standort zusammengelegt und als Ganztagsschule ausgebaut werden.

Samtgemeindebürgermeister Matthias Herwede freute sich über die große Resonanz: „Wir haben eine bunte Mischung an Leuten hier, verschiedene Altersgruppen und viele Interessensvertreter.“

 

Das sagt der Moderator und Planer


Moderator und Planer Wolfgang Kleine-Limberg

Nur 15 Menschen hatten sich für den Workshop angemeldet. Dass dann doch 80 kamen, freut Wolfgang Kleine-Limberg vom Planungsbüro „Mensch und Region“. „Wir brauchten Futter für den Förderantrag“, sagt der Planer. Und den bekam er. Themen wie Schulstandort und Radwege seien immer wieder genannt worden, auch das Zusammenwachsen entlang der Entwicklungsachse Nottensdorfer Straße werde auf beiden Seiten gewünscht. Für den Förderantrag sei die Botschaft wichtig: „Wir wollen etwas gemeinsam machen.“ Ihm als Planer war es aber auch wichtig, deutlich zu machen: Die Gemeinden dürften nicht nur aufs Förderprogramm gucken. Die Bereitschaft, miteinander zu arbeiten, war da, wie der Planer erfreut feststellte. Und der Konsens, den Schub nutzen zu wollen und auch nach dem Workshop dranzubleiben. Dass sich eine Redaktionsgruppe bilden wird, um den Antrag bis Ende Juli vorzubereiten, freut den Planer besonders. Jeweils acht bis neun Bürger pro Ort haben sich dafür in die Liste eingetragen.

„Spannend“ findet Kleine-Limberg auch die Internetseite, auf der Hans-Jürgen Feindt aus Postmoor das Projekt Dorfentwicklung präsentieren will: www.bliedersdorf.de

 

Das sagen die beiden Bürgermeister


Bürgermeister Dierk Heins (Nottensdorf) und Rainer Schulz (Bliedersdorf)

Bei der Frage, wie es nach dem Workshop weitergeht, sind sich die Bürgermeister Rainer Schulz (Bliedersdorf) und Dierk Heins (Nottensdorf) einig: Beide wollen, dass jetzt unabhängig von der Aufnahme ins Förderprogramm drängende Probleme gemeinsam angegangen werden. An erster Stelle steht die Verständigung auf einen gemeinsamen Grundschul-Standort. Zwingend erforderlich sei dafür der Ausbau der Nottensdorfer Straße als beleuchteter Verbindungsweg mit Fuß- und Radweg und Übergangshilfe an der L 130. Dabei dürfe keiner benachteiligt werden, meint Schulz. Als Vision geben beide an: dass beide Orte auf der Strecke zusammenwachsen. Heins gibt eine Hantel als bildlichen Vergleich für die Verbindung der Dörfer an: zwei Schwerpunkte, in der Mitte verbunden. Nach den Sommerferien sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, um gemeinsame Ziele und Projekte zu erarbeiten, sagen ebenfalls beide Bürgermeister. (kal/sal)


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